In der Fotografie gibt es drei Parameter, um das Foto zu belichten, also die Helligkeit im Foto zu bestimmen. Wie die Überschrift schon verrät, handelt es sich hier um die Blende, die ISO-Empfindlichkeit und die Verschlusszeit. Wir wollen diese Parameter einmal genauer betrachten.
Blende
Die Blende bestimmt, wieviel Licht durch das Objektiv auf den Bildsensor in der Kamera kommt. Die Werte für Blenden sind zwischen den verschiedenen Kamera- und Objektivherstellern sehr vereinheitlicht. Es kann aber mal sein, dass einzelne Hersteller noch Zwischenstufen in den Blenden haben. Die meisten haben zwischen Blende 5.6 und Blende 6.3 keine weitere Blende. Bei manchen gibt es noch eine Blende 6.0 dazwischen.
Das verwirrende bei den Blenden ist, dass diese in 1 / x definiert sind. Das bedeutet, dass ein kleiner Wert für die Blendenöffnung eine größere Blendenöffnung einstellt, als ein großer Wert.
Über die Blende kann die Helligkeit des Fotos beeinflusst werden. Fotos mit offener Blende werden heller als Fotos mit geschlossener Blende, wenn man die ISO-Empfindlichkeit und Verschlusszeit nicht verändert.
Weiterhin beeinflusst die Blende auch die Tiefenschärfe im Foto. Eine große Blendenöffnung, also viel Licht, welches durch das Objektiv kann, oder eben ein kleiner Wert hat zur Folge, dass wenig Tiefenschärfe im Foto vorhanden ist.
ISO-Empfindlichkeit
Bei der digitalen Fotografie steht die ISO-Empfindlichkeit für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors in der Kamera. Je höher dieser Wert ist, desto lichtempfindlicher ist der Sensor in der Kamera und umso weniger Umgebungslicht wird benötigt. Allerdings provozieren hohe Werte auch Bildrauschen, welches sich in der Fotoqualität niederschlägt.
Kleine Werte für die ISO-Empfindlichkeit haben zur Folge, dass der Bildsensor lichtunempfindlicher ist und mit viel Umgebungslicht zurechtkommt.
Verschlusszeit
Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange Licht auf den Bildsensor gelassen wird, um das Foto zu erstellen. Je kürzer die Verschlusszeit gewählt wird, je weniger Licht trifft auf den Sensor und um so dunkler wird das Foto.
Weiterhin ist bei der Verschlusszeit zu beachten, dass bei langen Verschlusszeiten ein Stativ zu verwenden ist, da die Bilder sonst verwackeln. Es ist nicht möglich, die Kamera in der Hand 0,5s oder länger ruhig zu halten. Als Faustformel gilt hier 1 / verwendete Brennweite als maximale Verschlusszeit, um aus der Hand noch gute Fotos zu machen. Bei einer verwendeten Brennweite von 50mm ist die maximale Verschlusszeit demnach 1 / 50s.
Um bewegte Objekte scharf fotografieren zu können, ist eine kurze Verschlusszeit notwendig, da sonst das Motiv verwackelt oder verwischt erscheint.
Wie man sieht, ist es nicht der eine Parameter, der das Foto schön macht, es ist immer die Kombination aus den genannten drei.
Um das Ganze zu verdeutlichen, haben wir mehrere Bilder gemacht und immer nur einen Parameter variiert.
Variation der Blende
Blende: 2.8 Das Foto ist für die Kamera optimal belichtet | |
Blende: 7 Das Foto wird dunkler, aber die Apfelstücke werden auch schärfer (Tiefenschärfe) | |
Blende: 14 Das Foto ist dunkel, vom Motiv ist nichts mehr zu erkennen | |
Blende: 22 Das Foto ist dunkel, vom Motiv ist nichts mehr zu erkennen |
Variation der ISO-Empfindlichkeit
Blende 8 Das Foto ist für die Kamera optimal belichtet | |
Blende 8 Das Foto wird heller, das Motiv ist noch vollständig erkennbar | |
Blende 8 Das Foto wird noch heller, Hintergrund ist schon fast komplett weiß | |
Blende 8 Das Foto ist komplett weiß |
Variation der Verschlusszeit (Blende und ISO-Empfindlichkeit konstant)
Auf diese Darstellung wird hier verzichtet, da die Fotos wie bei der Variation der ISO-Empfindlichkeit werden würden.
Bildrauschen
Wie man sieht, reicht es nicht, nur an einem Parameter Veränderungen vorzunehmen. Es sind mindestens an zwei Parametern Veränderungen vorzunehmen, um ein optimal belichtetes Foto zu erstellen. Daher kommen jetzt ein paar Vergleichsbilder mit jeweils zwei veränderten Parametern.
Variation der Blende, ISO-Empfindlichkeit konstant, Verschlusszeit wird angepasst
Blende: 2.8 Geringe Tiefenschärfe, nur die Kiwi ist scharf | |
Blende: 7.1 Mehr Tiefenschärfe, die Apfelstücke beginnen scharf zu werden | |
Blende: 14 Noch mehr Tiefenschärfe, die Apfelstücke sind scharf und die Blumen beginnen scharf zu werden. | |
Blende: 22 Maximale Tiefenschärfe (Objektiv kann nur bis Blende 22). Blumen im Hintergrund sind scharf |
Bei diesem Beispiel war der Fokus immer auf der Kiwi und die zunehmende Tiefenschärfe hat das Bild immer weiter zum Hintergrund scharf werden lassen. Das ganze funktioniert auch, wenn man den Fokus zu Beginn auf die Apfelstücke legt. Dann steigt mit größer werdenden Blendenwerten die Tiefenschärfe und das Foto wird sowohl in Richtung Hintergrund als auch in Richtung Vordergrund schärfer.
Variation der ISO-Empfindlichkeit und der Verschlusszeit, Blende konstant
Hier sieht man, das verschiedene Einstellungen ein sehr ähnliches Foto ergeben. Es gibt also nicht die perfekten Parameter, die man einstellen muss. Es gibt immer mehrere Kombinationen von Parametern, um ein fast identisches Bild zu bekommen.
Die drei gezeigten Parameter bilden das Belichtungsdreieck. An diesem kann man sehr leicht sehen, wie diese Parameter zusammenhängen.
Wie man sieht, wird ein Foto heller, wenn die ISO-Empfindlichkeit erhöht wird, also der ISO-Wert erhöht wird. Ebenso wird ein Foto heller, wenn die Verschlusszeit vergrößert wird, also für die Zeit ein immer größerer Wert gewählt wird. Nur bei der Blende verhält es sich umgekehrt. Hier werden die Fotos heller, wenn die Blende geöffnet wird, also ein immer kleinerer Wert gewählt wird.
Unscharfe bzw. verwackelte Fotos bei längeren Verschlusszeiten
Wie oben schon beschrieben, muss man bei längeren Verschlusszeiten beachten, dass ein Stativ verwendet werden sollte, oder zumindest die Kamera auf eine feste Unterlage gelegt wird. Sonst besteht die Gefahr von verwackelten Fotos.
Wir haben im Folgenden einmal versucht, ein bewegtes Objekt zum einen aus der Hand heraus mit verschiedenen Verschlusszeiten zu fotografieren, zum anderen aber auch mit Stativ.
Variation der Verschlusszeit, Blende konstant, ISO-Empfindlichkeit angepasst (aus der Hand)
Wie man anhand der Fotos sieht, werden die Fotos leicht unscharf, wenn man die Verschlusszeit länger als wie bei der Faustformel beschrieben einstellt. In unserem Fall haben wir mit 50mm Brennweite fotografiert und so können Fotos mit Verschlusszeiten > 1/50s verwackeln. Sollte man solch eine Verschlusszeit benötigen, dann ist es zu empfehlen ein Stativ zu benutzen.
Variation der Verschlusszeit, Blende konstant, ISO-Empfindlichkeit angepasst (mit Stativ)
Wie man sieht, können auch mit dem Stativ die Fotos verwackeln, bzw. verwischen, da bei zu langen Verschlusszeiten das sich bewegende Objekt verschwommen im Foto dargestellt ist. Reduziert man die Verschlusszeit und nimmt dafür größere ISO-Empfindlichkeiten in Kauf lassen sich auch hier bewegte Objekte scharf darstellen.
Bewegte Objekte können fahrende Fahrzeuge sein oder aber auch herabfallende Blätter. Wir haben dieses ebenfalls ausprobiert und brauchten eine Weile, bis wir hier Fotos in guter Qualität erstellt hatten.
Herabfallende Rosenblätter bei einer Verschlusszeit von 1/250s
Bei einer klein gewählten Verschlusszeit von 1/250s, was 4ms entspricht, sind die herabfallenden Rosenblätter nicht scharf zu erkennen. Die Verschlusszeit muss weiter verkürzt werden, damit die Blätter scharf werden.
Herabfallende Rosenblätter bei einer Verschlusszeit von 1/500s und 1/1000s
Bei weiterer Reduzierung der Verschlusszeit über 1/500s (2ms) bis auf 1/1000s, was 1ms entspricht, werden die Rosenblätter scharf.
Im Vergleich zum Bagger, waren die Rosenblätter schnell. Somit brauchen schnelle Objekte kürzere Belichtungszeiten als langsame Objekte.
Zum Schluss haben wir noch die Verschlusszeit auf 1/2000s verkürzt. Da die Blende schon ganz geöffnet war, ist die ISO-Empfindlichkeit sehr nach oben gegangen.
Herabfallende Rosenblätter bei einer Verschlusszeit von 1/2000s
Wie gesagt, bei solch kurzen Verschlusszeiten muss die ISO-Empfindlichkeit sehr hoch werden, wenn die Blende ganz geöffnet ist. Dann hat man leider mit Bildrauschen zu kämpfen.
Wir haben versucht, mit einem Blitz mehr Licht auf das Foto zu bekommen, aber der Blitz ist nur bis zu einer Verschlusszeit bis 1/200s mit meiner Kamera synchron.
Beim Versuch den Blitz zu benutzen und eine Verschlusszeit kleiner der Synchronisationszeit zu verwenden, wird das Bild fehlerhaft belichtet. Dies ist aber vielleicht irgendwann mal Thema eines anderen Artikels hier im Blog.
Für heute habt ihr es erstmal geschafft 😉